Energetische Sanierung Kosten: Gewerke und Planung 2026

Energetische Komplettsanierung eines Einfamilienhauses mit Gerüst, neuer Fassadendämmung und Fenstern im Allgäu

Kurzantwort: Was kostet eine energetische Sanierung? Energetische Sanierung – Kosten sind die erste Frage vieler Eigentümer. Bei einem älteren Einfamilienhaus hängen die Ausgaben vom Gebäudezustand, den betroffenen Gewerken und dem gewünschten Ausstattungsstandard ab. Für ein älteres Einfamilienhaus können energetische Einzelmaßnahmen grob 600 bis 1.300 Euro je Quadratmeter Wohnfläche kosten. Eine umfangreiche Komplettsanierung mit neuer Haustechnik und Innenausbau liegt häufig bei 1.200 bis 2.200 Euro je Quadratmeter. Stark beschädigte Altbauten können darüber liegen. Diese Werte dienen nur als erste Orientierung. Sie ersetzen weder eine Bestandsaufnahme noch ein Leistungsverzeichnis. Baujahr, Wohnfläche, Gebäudeform, Schadstoffe, Ausstattung und regionale Handwerkerpreise verändern das Budget deutlich. Eine wichtige Unterscheidung hilft bei der Planung: Energetische Sanierung und Kernsanierung sind nicht dasselbe. Die energetische Sanierung senkt vor allem den Energiebedarf. Die Kern- oder Komplettsanierung erneuert zusätzlich wesentliche Teile der Bausubstanz, Leitungen und Innenräume. Gerade bei älteren Häusern im Allgäu sollten Eigentümer deshalb nicht nur Dach, Fassade und Heizung betrachten. Auch Elektroinstallation, Sanitär, Feuchtigkeit, Statik, Entsorgung und Außenanlagen können das Budget beeinflussen. → Ein regionales Handwerkernetzwerk finden Sie bei www.marktplatz-sanierung.de Energetische Sanierung oder Komplettsanierung? Eine energetische Sanierung umfasst typischerweise: Dämmung von Dach, oberster Geschossdecke oder Fassade Dämmung der Kellerdecke Austausch von Fenstern und Außentüren Erneuerung oder Optimierung der Heizung Heizflächenoptimierung und hydraulischen Abgleich kontrollierte Wohnraumlüftung Photovoltaik und gegebenenfalls Batteriespeicher Eine Komplett- oder Kernsanierung geht deutlich weiter. Sie kann außerdem folgende Arbeiten umfassen: Rückbau und Entsorgung neue Elektroinstallation neue Trinkwasser- und Abwasserleitungen neue Heizungsverteilung Bäder und Gäste-WC Estrich, Boden, Wände und Decken Grundrissänderungen statische Ertüchtigungen Feuchte- und Abdichtungsarbeiten Innentüren, Treppen und Außenanlagen Deshalb sollten Eigentümer zuerst den Gebäudezustand klären. Anschließend legen sie die energetischen Ziele und den gewünschten Ausstattungsstandard fest. Beachten Sie zum Thema Kernsanierung den Link – Kernsanierung Kosten 2026: Alles was Sie wirklich wissen müssen Energetische Sanierung Kosten je Gewerk 2026 Die folgende Übersicht zeigt typische Kostenrahmen. Die Bezugsgröße ist besonders wichtig. Ein Preis pro Quadratmeter Dachfläche lässt sich nicht direkt auf die Wohnfläche übertragen. Gewerk Richtwert 2026 Bezugsgröße und wichtige Hinweise Bestandsaufnahme, Energieberatung und iSFP 1.000–3.500 € Gebäude; Umfang und Förderfähigkeit prüfen Rückbau und Entsorgung 50–150 €/m² Wohnfläche; Schadstoffe können Mehrkosten auslösen Dachsanierung mit Dämmung 150–350 €/m² Dachfläche; Dachform und Tragwerk sind entscheidend Oberste Geschossdecke 20–80 €/m² Deckenfläche; günstiger als ein vollständiger Dachaufbau Fassadendämmung, zum Beispiel WDVS 120–200 €/m² Fassadenfläche; Gerüst und Putzanschlüsse einbeziehen Kellerdeckendämmung 22–66 €/m² Kellerdeckenfläche; Zugänglichkeit beeinflusst den Preis Fenster mit Dreifachverglasung etwa 600–1.600 € je Fenster inklusive Einbau, Ausstattung und Anschlüsse Wärmepumpe inklusive Einbau etwa 22.500–28.500 € Heizsystem; Gebäudezustand und Wärmequelle verändern den Preis Photovoltaikanlage etwa 13.000–16.000 € Einfamilienhaus; Speicher und Zählerschrank separat prüfen Lüftung etwa 3.000–15.000 € System, Kanalführung und Wärmerückgewinnung entscheiden Elektroinstallation im Altbau 80–150 €/m² Wohnfläche; hochwertige Ausstattung kann deutlich teurer werden Badsanierung 2.500–4.000 €/m² Badfläche; Leitungen und Grundrissänderungen beachten Innenausbau 200–600 €/m² Wohnfläche; Materialqualität und Eigenleistung wirken stark Baunebenkosten und Planung etwa 10–20 % Baukosten; Statik, Planung und Baubegleitung einrechnen Kostenreserve mindestens 10–20 % Gesamtbudget; im Altbau besonders wichtig Die Werte orientieren sich an aktuellen Kostenübersichten von co2online, co2online zur Wärmedämmung, Gira zur Elektroinstallation und weiteren Marktübersichten. Sie ersetzen kein Angebot eines Fachbetriebs. Dach und oberste Geschossdecke Das Dach schützt die Bausubstanz und beeinflusst den Wärmeverlust. Eine vollständige Dachsanierung kann Dämmung, Unterkonstruktion, Neueindeckung, Dachentwässerung und Anschlussarbeiten umfassen. Für eine Dämmung der obersten Geschossdecke nennt co2online deutlich niedrigere Richtwerte als für ein bewohnbares Dachgeschoss. Bleibt der Dachboden unbeheizt, kann diese Lösung deshalb wirtschaftlich sein. Komplizierte Dachformen, Gauben, Dachfenster und ein beschädigtes Tragwerk erhöhen die Kosten. Planen Sie außerdem Gerüst, Baustelleneinrichtung und mögliche Leitungsumverlegungen ein. Fassade und Kellerdecke Bei einer Fassadendämmung zählen nicht nur die Dämmplatten. Auch Gerüst, Untergrund, Fensterlaibungen, Fensterbänke, Sockel, Putz und Anstrich gehören in die Kalkulation. Muss die Fassade ohnehin erneuert werden, können sogenannte Sowieso-Kosten nur einmal anfallen. Die Verbraucherzentrale zeigt anhand von Rechenbeispielen, warum diese Unterscheidung wichtig ist. Die Kellerdeckendämmung gehört meist zu den einfacheren Maßnahmen. Eine Außenabdichtung mit Perimeterdämmung benötigt dagegen Erdarbeiten. Bei Feuchtigkeit muss zuerst die Ursache feststehen. Fenster und Außentüren Neue Fenster verbessern Wärmeschutz, Schallschutz und Komfort. Der Preis hängt von Größe, Rahmenmaterial, Verglasung, Rollläden, Sicherheitsausstattung und Einbausituation ab. Nach einem Fenstertausch verändert sich die Luftdichtheit. Deshalb sollten Eigentümer das Lüftungsverhalten und den Feuchteschutz mitplanen. Die Verbraucherzentrale gibt Hinweise zu Fenstertausch und Anschlüssen. Heizung, Wärmeverteilung und Photovoltaik Eine neue Heizung passt nur dann gut zum Haus, wenn Heizlast, Vorlauftemperatur, Heizflächen und Warmwasser zusammenpassen. Eine Wärmepumpe kann auch im Altbau funktionieren. Die technischen Voraussetzungen müssen jedoch vorab geprüft werden. Für Wärmepumpen nennt co2online für 2026 einen Kostenrahmen von etwa 22.500 bis 28.500 Euro. Dieser Wert dient als Orientierung. Erdsonden, neue Heizkörper, Fußbodenheizung oder umfangreiche Elektroarbeiten können das Budget erhöhen. Eine Photovoltaikanlage kann den Strombedarf des Haushalts und einer Wärmepumpe teilweise decken. Die Anlagengröße sollte deshalb gemeinsam mit Haushaltsstrom, Wärmepumpe und Elektroauto geplant werden. co2online nennt für eine typische Anlage im Einfamilienhaus etwa 13.000 bis 16.000 Euro. Prüfen Sie, ob ein Speicher enthalten ist. Elektro, Sanitär und Innenausbau Bei einer Kernsanierung wird die Elektroinstallation häufig vollständig erneuert. Dazu zählen Leitungen, Unterverteilungen, Zählerschrank, Fehlerstromschutz, Steckdosen, Netzwerk, Wallbox-Vorbereitung und Überspannungsschutz. Für einen Altbau nennt Gira 80 bis 150 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Smart-Home-Technik und hochwertige Ausstattung können den Preis erhöhen. Im Sanitärbereich entstehen Kosten für Leitungen, Abdichtung, Fliesen, Objekte, Armaturen, Lüftung und Elektroarbeiten. Eine Änderung des Grundrisses kann Fallleitungen und Estrich betreffen. Dadurch steigt der Aufwand schnell. Der Innenausbau umfasst unter anderem Trockenbau, Putz, Estrich, Boden, Türen, Decken, Malerarbeiten und Beleuchtung. Legen Sie Materialqualitäten früh fest. Nachträgliche Änderungen erzeugen oft vermeidbare Mehrkosten. Beispielrechnung: Einfamilienhaus mit 140 m² Das folgende Beispiel zeigt eine mögliche Größenordnung. Angenommen wird ein freistehendes Einfamilienhaus aus der Zeit vor 1990. 140 m² Wohnfläche 180 m² Fassadenfläche 150 m² Dachfläche 18 Fenster ein Bad mit 8 m² vollständige Erneuerung der Haustechnik Maßnahme Beispielhafte Kosten Planung, Energieberatung und Baubegleitung 8.000 € Rückbau und Entsorgung 14.000 € Dach inklusive Dämmung 37.500 € Fassadendämmung 28.800 € Kellerdeckendämmung 5.000 € Fenster 21.600 € Wärmepumpe und Heizungsarbeiten 28.500 € Photovoltaikanlage 14.500 € Elektroinstallation 16.800 € Sanitärleitungen und Bad 28.000 € Innenausbau 56.000 € Außenanlagen und Anschlüsse 15.000 € Zwischensumme 273.700 € Reserve von 15 % 41.055 € Gesamtbudget vor Förderung rund 315.000